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InRa-Studie „Institutionen & Rassismus“ veröffentlicht

Neue Studie zu institutionellem Rassismus veröffentlicht

Wie Rassismus in deutschen Behörden wirkt: InRa-Studie veröffentlicht Ergebnisse der bislang umfassendsten empirischen Untersuchung zu Rassismus in deutschen Institutionen

 

Rassismus in deutschen Behörden zeigt sich selten in offenen Anfeindungen – er steckt in Routinen, Entscheidungsspielräumen und in der Organisationskultur. Wie genau er in den Institutionen selbst wirkt, fortgeschrieben und geahndet wird, war bislang kaum empirisch untersucht. Für die am Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ) angesiedelte Studie „Institutionen und Rassismus“ (InRa) erhielten Wissenschaftler*innen an zehn Forschungsstandorten erstmals in großem Umfang Zugang zu staatlichen Institutionen: Über drei Jahre untersuchten sie Rassismus in Jobcentern, Ausländerbehörden, bei Polizei und Zoll, in Justiz, Gesundheits-, Jugend- und Ordnungsämtern sowie in der Sozialen Arbeit. Zu ihren zentralen Befunden zählt, dass rassistische Diskriminierung in allen Institutionentypen nachweisbar ist – allerdings in unterschiedlicher Form
und Intensität.

Laut Abschlussbericht ist rassistische Diskriminierung in allen untersuchten Institutionstypen nachweisbar und zeigt sich etwa in individuellen Einstellungen einzelner Mitarbeitender, in behördlichen Praktiken und Ermessensspielräumen oder im Umgang mit Beschwerden. Auf struktureller Ebene zeigt die Studie, dass zentrale Schutzlücken im Rechtsrahmen Diskriminierung begünstigen: So gilt das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz bislang nicht für das Verhältnis zwischen Behörden und Bürger*innen – wer von einer staatlichen Institution diskriminiert wird, kann sich nicht auf das zentrale Antidiskriminierungsgesetz berufen.

 

Hier geht es zur InRa-Studie

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