Late Summer School

Late Summer School: Methodologien rassismuskritischer Forschung: Rassismuskritische Forschung und die Faschisierung der Gegenwart. Interpretation als Kritik?



  • Stadt
    Bielefeld
  • Organised by Universität Bielefeld

Rassismuskritische Forschung und die Faschisierung der Gegenwart. Interpretation als Kritik? (LSS 2026)

03. - 05. Dezember 2026 in Bielefeld

Die Faschisierung der Gegenwart besteht nicht allein in offen autoritären Praktiken, sondern entfaltet sich molekular in den alltäglichen Normalisierungen verschiedener Gewaltformen, die Ausschluss, Ungleichwertigkeit und Entsolidarisierung hervorbringen und durch die sich auch die Voraussetzungen wissenschaftlicher Praxis und epistemischer Ordnungen verändern.  Die Gegenwart – nicht nur in Europa und den USA – ist mittlerweile drastisch gekennzeichnet von der Normalisierung rechter Positionen. Das zeigt sich beispielsweise darin, dass als Ursache komplexer Problemlagen vereinfachend Migrant*innen und Asylsuchende angegeben werden und zunehmend offene rassistische Artikulationen möglich geworden sind bzw. gemacht wurden. Vielleicht aber ist der Ausdruck „Normalisierung rechter Positionen“ irreführend und auch unklar und die Diagnose der „Faschisierung gesellschaftlicher Verhältnisse“ zutreffender und auch klarer. Diese Faschisierung geht einher mit einer beispielsweise zu beobachtenden Verabsolutierung des Vorrangs einer partikularen sozialen Einheit („Volk“), einer enthemmten Kapitalakkumulation jenseits des grün-kapitalistischen Projektes, der Verunglimpfung und Bekämpfung deliberativer Instanzen (wie Wissenschaft, Justiz, Presse, Gewaltenteilung), einem Kult der Macht, mit Ideologien des Gesunden und Leistungsfähigen.

Vor diesem Hintergrund stellen sich Fragen wie: Was wird mit dem analytischen Konzept der Faschisierung sichtbar und was möglicherweise verdeckt? Wie verändern sich Rassismen in den gegenwärtigen gesellschaftlichen Verhältnissen und was heißt das für rassismuskritische Forschung?

Die Late Summer School eröffnet einen Raum, in dem entlang der interpretativen Arbeit an Material, methodologischen Reflexionen und Impulsen zu ausgesuchten Fragen die interpretative Praxis als Praxis emanzipatorischer Kritik reflektiert und auf ihr Potential und ihre Grenzen hin befragt wird.

Unterschiedliche Elemente und Formate kennzeichnen die LSS. Neben der gemeinsamen Arbeit an empirischem Material aus laufenden (Dissertations-)Projekten sind Impulse externer Referent:innen sowie selbstorganisierte Arbeitsphasen vorgesehen. Ziel ist es, einen Diskussions- und Reflexionsraum zu eröffnen, in dem der wissenschaftliche und erkenntnisbezogene Anspruch rassismuskritischer Forschung mit Bezug auf gegenwärtige gesellschaftspolitische Entwicklungen zum Thema wird und die Möglichkeiten der epistemischen Praxis rassismuskritischer Forschung sowie ihre Grenzen ausgelotet werden. Dabei geht es auch um die Frage, wie sich emanzipatorische Kritik stärken lässt und was Interpretation als Kritik unter Bedingungen der Faschisierung der Gegenwart bedeuten kann.

Die Late Summer School wird von der Universität Bielefeld und der Pädagogischen Hochschule Wien ausgerichtet. 

Weitere Informationen Hier.

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