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23.-25. September 2027
WinRa-Abschlusskonferenz an der Universität Bielefeld
1. Teil: Netzwerktagung GraL, KoNIR & WinRa
Donnerstag, 23.09.2027, 14:00-19:00 Uhr
Freitag, 24.09.2027, 9:00-12:00 Uhr
Die (Außer-)Gewöhnlichkeit des Rassismus: Anfragen an Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Rassismusforschung (23./24.09.2027)
Die im Jahr 2023 begonnene Förderline des BMFTR (ehem. BMBF) „Aktuelle und historische Dynamiken von Rechtsextremismus und Rassismus“ markiert im bundesdeutschen Kontext eine Zäsur. Erstmalig wird Forschung zu Rassismus als Gegenwartsphänomen öffentlich initiiert und in nennenswertem Ausmaß gefördert. Das Wissensnetzwerk Rassismusforschung (WinRa) verfolgt in diesem Rahmen in der Laufzeit von 2023 bis 2027 als Verbundprojekt die Weiterentwicklung und Stärkung der Rassismusforschung in verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen. Im Rahmen der Tagung „Die (Außer-)Gewöhnlichkeit des Rassismus“ werden im Netzwerk entstandene Synergien, theoretische Anschlüsse und empirische Zugänge sichtbar gemacht und diskutiert werden, um Perspektiven der Weiterentwicklung und Verstetigung der Rassismusforschung zu erkunden. Dies betrifft sowohl die Diskussion begrifflich-theoretischer wie methodologischer Grundlagen und Ansätze als auch die Reflexion der gemeinsamen und je eigenen Forschungspraxis.
Eröffnet wird die Tagung durch eine Keynote von Manuela Bojadžijev. In unterschiedlichen Arbeitsgruppen werden vor dem Hintergrund der Erfahrungen und der Ergebnisse entsprechender Forschungsprojekte, die im WinRa-Rahmen stattgefunden haben, Fragen von Wissensordnungen des Rassismus sowie die gesellschaftlichen Arenen des Rechts, der Bildung und der Gesundheit aus rassismuskritischer Perspektive erkundet und wissenschaftstheoretische, ethische und methodologische Fragen der Rassismusforschung diskutiert. Die Tagung richtet sich an die Projekte der Förderlinie und ihre Mitarbeitenden sowie alle weiteren im Netzwerk aktiven Kolleg*innen, mit dem Ziel, den Dialog nachhaltig zu festigen, gemeinsame Herausforderungen und Strategien zu identifizieren und Impulse für eine kritische Rassismusforschung der Zukunft zu setzen. Die Tagung stellt die Abschlusskonferenz von WinRa, zumindest in dieser Förderperiode dar. Sie wird organisiert vom Standort WinRa-West und den erziehungswissenschaftlichen Nachwuchsgruppen der Förderlinie, „Gelingensbedingungen rassismussensibler Lehrer:innenbildung. Eine rassismustheoretische Untersuchung von Studium, Referendariat und Berufseinstieg“ (GraL, Universität Bielefeld) und „Kontinuitäten und Neuformierungen von Institutionellem Rassismus in der Schule“ (KoNIR, Europa-Universität Flensburg).
Im unmittelbaren Anschluss an die Netzwerktagung (23./24.09.2027) wird eine größere öffentliche Konferenz unter dem Titel "Warum Demokratie ohne Rassismuskritik keine Demokratie ist: Gesellschaftsanalyse, Politische Theorie, Politische Bildung" (24./25.09.2027) stattfinden, an der teilzunehmen wir ebenso herzlich einladen! Informationen zu Programm und Anmeldung folgen.
Mit besten Grüßen vom Organisationsteam (Magnus Frank, Daniel Krenz-Dewe, Paul Mecheril, Katharina Schitow, Saphira Shure und Anja Steinbach)
Kontakt:
daniel.krenz-dewe(at)uni-bielefeld.de
katharina.schitow(at)uni-bielefeld.de
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2. Teil: Öffentliche Konferenz an der Uni Bielefeld
Freitag, 24.09.2027, 14:00 19:00 Uhr
Samstag, 25.09.2027, 09:00–15:00 Uhr
Warum Demokratie ohne Rassismuskritik keine Demokratie ist. Gesellschaftsanalyse, Politische Theorie, Politische Bildung (24./25.09.2027)
Demokratie ist „die einzige politisch verfasste Gesellschaftsordnung, die gelernt werden muss“ (Oskar Negt 2019). Angesichts schwindenden Vertrauens in demokratische Institutionen und der Zunahme rassistischer, antisemitischer und auch manifest rechtsextremer Positionen und Perspektiven sowie der Normalisierung demokratiefeindlicher Positionen stellt sich die Frage, wie Demokratie immer wieder gelernt werden kann, gegenwärtig in besonderer Dringlichkeit. Rassismuskritik kommt bei Antworten auf diese Frage eine bedeutsame Rolle zu. Das demokratische Projekt ist nicht widerspruchsfrei, da Gleichheit behauptet, aber nicht eingelöst wird. Rassismuskritische Perspektiven auf die nationalstaatliche und kapitalistisch umfasste Realisierung von Demokratie verweisen hierbei auf grundlegende Demokratiedefizite, die es im Sinne einer „Demokratie im Kommen“ (Derrida) zu überwinden gilt. Rassismuskritische Forschung befasst sich nicht mit einem „Spezialthema“, sondern befragt das demokratische Projekt selbst – im Bestreben, es auszuweiten: Eine Demokratie ohne Rassismuskritik ist keine Demokratie. Die Konferenz „Warum Demokratie ohne Rassismuskritik keine Demokratie ist“ thematisiert aus rassismuskritischer Perspektive insbesondere Angriffe gegen und Bedrohungen des demokratischen Projektes, Widersprüche und Verdeckungszusammenhänge des demokratischen Projektes, Möglichkeiten der Sicherung und Weiterentwicklung des demokratischen Projektes.
Zentrale Schwerpunkte der Konferenz bilden aktuelle Forschungsergebnisse sowie Fragen grundlagentheoretischer Arbeiten in den Bereichen Gesellschaftsanalyse, Politische Theorie und Politische Bildung, die vorgestellt und miteinander ins Gespräch gebracht werden. Die Konferenz wird als gemeinsame Abschlusskonferenz des Wissensnetzwerks Rassismusforschung (WinRa) und der Nachwuchsgruppen „Gelingensbedingungen rassismussensibler Lehrer:innenbildung. Eine rassismustheoretische Untersuchung von Studium, Referendariat und Berufseinstieg“ (GraL) und „Kontinuitäten und Neuformierungen von Institutionellem Rassismus in der Schule“ (KoNIR) begangen.
Dieser öffentlichen Konferenz voraus geht eine Netzwerktagung, die bereits am 23.09.2027 und am Vormittag des 24.9.2027 unter dem Titel "Die (Außer-) Gewöhnlichkeit des Rassismus: Anfragen an Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Rassismusforschung" in kleinerem Rahmen stattfinden wird, an der teilzunehmen wir alle Aktiven aus dem WinRa-Netzwerk ebenso herzlich einladen! Weitere Informationen zu Programm und zu Anmeldung folgen.
Mit besten Grüßen vom Organisationsteam (Magnus Frank, Daniel Krenz-Dewe, Paul Mecheril, Katharina Schitow, Saphira Shure und Anja Steinbach)
Kontakt:
daniel.krenz-dewe(at)uni-bielefeld.de
katharina.schitow(at)uni-bielefeld.de